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Network Marketing – bei diesen Anzeichen ist Vorsicht geboten

Was ist Network Marketing?

Network Marketing gilt als besondere Form des Direktvertriebs, denn der Verkauf von Produkten findet ohne Zwischenhändler statt. Vertriebspartner – im Network Marketing auch Geschäftspartner genannt - verkaufen Produkte eines Unternehmens an Endkunden. Die Vertriebspartner sind dabei nicht bei dem Unternehmen angestellt, sondern arbeiten selbstständig, indem sie die Produkte an den Endkunden empfehlen und eine Provision für den Verkauf erhalten.

Foto von Katerina_Knizakova

Neben dem Produktverkauf spielt beim Network Marketing allerdings noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: und zwar das Anwerben weiterer Geschäftspartner, wofür ebenfalls Prämien gezahlt werden. In den meisten Network Marketing Unternehmen ist es üblich, dass  Vertriebspartner auch von den Verkäufen profitieren, die durch die  angeworbenen Geschäftspartner geschehen. Aus diesem Grund wird Network Marketing auch als Multi Level Marketing bezeichnet.

Diese Anzeichen sollten dir eine Warnung sein

Angebote von Network Marketing Unternehmen sind nicht nur auf Social Media, sondern auch in Kleinanzeigen sehr verbreitet. Grundsätzlich ist nicht auszuschließen, dass Personen im Network Marketing Erfolg haben können, doch es kursieren auch viele fragwürdige Angebote im Netz. Daher habe ich einige Hinweise für dich gesammelt, wann du lieber vorsichtig sein solltest.

1. Dir wird ein passives Einkommen angepriesen

Dir wird der Eindruck vermittelt, dass du ohne wirkliche Arbeit zu viel Geld gelangst. Du müsstest lediglich neue Geschäftspartner werben, die dann fleißig Produkte verkaufen und ebenfalls neue Partner anwerben.

  • Die Realität sieht so aus, dass Teammitglieder nicht vom Himmel fallen. Auch dafür muss in der Regel viel Zeit aufgewendet werden.
Foto von Chalo Garcia

2. Du wirst mit Luxus gelockt

Je dringender Vertriebspartner darauf angewiesen sind, dass Leute „unter“ ihnen arbeiten, desto mehr legen sie sich fürs Anwerben ins Zeug. Es geht nicht mehr um die Produkte, sondern nur noch um den Aufbau ihres "Teams".

Auf Social Media inszenieren sich solche Network Marketer häufig als besonders erfolgreich, zeigen Fotos von teuren Autos und Luxusurlauben. Immer wieder wird betont welche Unsummen sie an Geld verdienen und, dass das jeder erreichen kann, wenn er nur in ihr Team käme.

  • Wirklich erfolgreiche Personen haben es normalerweise nicht nötig so hartnäckig um neue Geschäftspartner zu werben.

3. Du musst ein teures Starterpaket kaufen

Foto von Suzy Hazelwood

Möchtest du Teil des Teams werden, wirst du dazu angehalten ein hochpreisiges Starterpaket o. ä. zu kaufen. Z. B. unter dem Vorwand, dass du die Produkte schließlich kennen müsstest, um sie erfolgreich verkaufen zu können. Auch kostspielige Seminare  oder Verkaufsunterlagen sind verbreitet. Dir wird nahe gelegt, dass der Einstieg ohne diese Investition nicht möglich sei.

 

  • Die Produkte gut zu kennen, um sie besser verkaufen zu können, ist sinnvoll. Dennoch solltest du nicht zum Kauf gezwungen sein. Hohe Einstiegskosten können ein Indiz dafür sein, dass sich das Multi Level Marketing Unternehmen (fast) ausschließlich über die Startinvests neuer Mitglieder finanziert.

4. Produkte sind überteuert und qualitativ minderwertig

Dir wird vorgeschwärmt, die Produkte seien so attraktiv, dass sie sich wie  von selbst verkaufen würden.

  •  Nur wirklich gute Produkte lassen sich langfristig verkaufen. Doch auch bei guten Produkten ist Verkaufstalent erforderlich.
Foto von bongkarn thanyakij

Schlusswort

Steht tatsächlich der Verkauf von Produkten im Vordergrund, gibt es am Unternehmensmodell Network Marketing wenig zu bemängeln. Kritisch betrachtet werden sollte Multi Level Marketing allerdings sobald Vertriebspartner zum Geld verdienen unmittelbar darauf angewiesen sind neue Geschäftspartner anzuwerben, der Einstieg erhebliche Investitionen erfordert, oder es schlichtweg gar keine Produkte oder Dienstleistungen gibt, die vertrieben werden können. Sollte sich ein MLM Unternehmen ausschließlich durch die Startinvests der Mitglieder finanzieren und es gar keine Produkte geben, die verkauft werden, kann es sich schlimmstenfalls um ein illegales Schneeballsystem handeln.