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Konto gesperrt? Das ist jetzt zu tun

Im Wesentlichen gibt es nur zwei Gründe, weshalb dein Girokonto gesperrt wurde: Du hast über längere Zeit dein Dispo voll ausgereizt oder es massiv überzogen. Oder aber: Schulden haben Überhand genommen, sodass dein Konto gepfändet wurde.

Foto von Andrea Piacquadio

Option 1: Dispo überzogen

Wer sich über einen längeren Zeitraum im Dispo befindet, läuft Gefahr, dass die Bank einen sofortigen Kontoausgleich fordert. In welchem Rahmen die Kontoüberziehung geduldet wird, liegt nämlich im Ermessen der Bank. Wird dieser Rahmen überschritten, können nur noch Gutschriften aufs Konto erfolgen, jedoch keine Lastschriften oder Überweisungen mehr ausgeführt werden. Der Dispokredit soll Bankkunden in erster Linie für kurzfristige Flexibilität dienen, allerdings nicht langfristig als Kredit genutzt werden.

Deine Mission: Raus aus dem Minus

Liegt dieser Fall vor, solltest du dein Konto schnellstmöglich ausgleichen, um es wieder normal nutzen zu können. Solltest du keinen Notgroschen haben, auf den du dafür zugreifen kannst, könnte für dich ein Ratenkredit infrage kommen.

Option 2: Konto gepfändet

Foto von Reynaldo #brigworkz Brigantty

Eine Kontopfändung erfolgt in der Regel nicht ohne Ankündigung und kann nur mit einem Pfändungsbeschluss erwirkt werden. Wird dein Konto gepfändet, bedeutet das, dass dein Kontoguthaben bis zur Höhe des Pfändungsbetrags gesperrt wird.


Beantrage ein Pfändungsschutzkonto

Damit du deinen laufenden Verpflichtungen trotzdem nachkommen kannst, solltest bei deiner Bank unbedingt beantragen dein Girokonto in ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto (kurz: P-Konto) umzuwandeln. Dieser Kontotyp schützt dein Guthaben bis zu einer Höhe von 1.178,59€* vor Pfändung, sodass du wenigstens weiterhin deine Miete etc. zahlen kannst.

Lass dir von einer Schuldnerberatung helfen

Kommt die Kontopfändung durch Schulden zustande, deren Überblick du verloren hast, kann es sich lohnen die Hilfe einer Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen. Bei der Suche nach einer passenden Anlaufstelle, solltest du eine staatliche Schuldnerberatung bevorzugen. Im Gegensatz zu privaten Anbietern ist die Beratung von staatlichen Anlaufstellen nämlich kostenlos.

Foto von Tim Gouw

Damit dir ein Schuldnerberater so schnell und so gut wie möglich helfen kannst, bereite dich auf den Termin vor: Sammle alle Briefe und trage alle offenen Forderungen zusammen, die du finden kannst.


Mit einer Kontopfändung ist nicht zu spaßen

Eine Pfändung betrifft meist nicht nur das Girokonto, sondern auch andere Konten, z. B. Tagesgeld- oder Sparkonten. Liegt eine Kontopfändung vor, kann sich das nicht nur auf deine Zahlungsfähigkeit, sondern auch auf deine Kreditwürdigkeit auswirken. Negative Schufa Einträge werden erst 3 Jahre nach Erledigung gelöscht, was heißt, dass es sich in diesem Zeitraum unter Umständen schwierig gestalten könnte einen Kredit aufzunehmen oder andere Verträge abzuschließen, die eine saubere Schufa voraussetzen.

So kannst du einer Kontopfändung vorbeugen

Sollte sich abzeichnen, dass du Kreditraten, Steuerforderungen vom Finanzamt o. Ä. nicht plangemäß nachkommen kannst, empfiehlt es sich so früh wie möglich mit den entsprechenden Gläubigern in Kontakt zu treten. Erkläre deine Lage, dass du vorübergehend von Zahlungsschwierigkeiten betroffen bist und zeige dich kooperativ, um gemeinsam eine Lösung zu finden.