· 

Was wir von Frugalisten lernen können

Foto von nappy

Was ist Frugalismus?

Frugal meint nichts anderes als sparsam bzw. sehr sparsam zu sein. Frugalisten folgen dem Prinzip nur sehr wenig Geld auszugeben und stattdessen zu sparen. Ziel ist, so früh wie möglich die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, um nicht mehr für ein Einkommen arbeiten zu müssen.

Frugalisten sind konsumkritisch

Menschen, die frugal leben stehen, der Konsumgesellschaft kritisch gegenüber. Ihr Lebensstil ist bescheiden und meist auf das Wesentliche reduziert. Frugalisten besitzen  nur wenige materielle Gegenstände, verzichten auf Auto und eine teure Wohnung. Vieles wird gebraucht gekauft, auch Kleidung und Möbel. Teure Urlaube und das neuste iPhone sind natürlich tabu. Und auch bei Lebensmitteln achten Frugalisten streng auf den Preis.

70% des Einkommens werden investiert

Foto von 3844328--3844328

Eine so hohe Sparrate zu erreichen, geht nur mit Verzicht. Frugalisten empfinden Verzicht aber nicht unbedingt als solchen, da sie davon überzeugt sind, dass es sich um überflüssige Dinge handelt. Das gesparte Geld wird dann in der Regel an der Börse investiert, damit es sich schneller vermehrt, z. B. mit einem ETF Sparplan.

Frugalismus zur Inspiration

Insbesondere für Geringverdiener wird es kaum möglich sein eine so hohe Sparrate zu erreichen. Und Menschen, die auf dem Land leben, wird es besonders schwer fallen aufs Auto zu verzichten.  Auch auf Dinge, die das Leben schöner machen, vollständig zu verzichten, fällt nicht jedem leicht. Dennoch, können wir uns von Frugalisten inspirieren lassen, ohne sofort komplett frugal zu leben:

Foto von Free-Photos

Bewusster Umgang mit Geld

Frugalisten wissen sehr genau über ihre Finanzen Bescheid. Dass sie natürlich ein Haushaltsbuch führen und ihre Finanzen genau planen, muss kaum erwähnt werden. Damit wir die Kontrolle über unsere Finanzen behalten, können wir uns davon eine große Scheibe abschneiden.

Konsequentes Handeln

Frugalisten zahlen eine fixe, prozentuale Sparrate; Mit einer Gehaltserhöhung steigt damit auch der absolut Betrag. Auch, wenn wir vielleicht weit entfernt davon sind 70% unseres Einkommens zu sparen, können wir unsere individuelle Rate trotzdem  konsequent bei Seite legen und uns somit an das Sparen gewöhnen.

Ziele setzen

Frugalisten verzichten und sparen mit dem Ziel der finanziellen Unabhängigkeit. Klare Ziele helfen uns unseren Weg beizubehalten. Realistischen Zwischenzielen können uns außerdem motivieren.

Konsumverhalten hinterfragen

Wir müssen nicht unbedingt wie Frugalisten auf neue Kleidung etc. verzichten, dennoch können wir unser Verhalten im nächsten Shoppingrausch auch einmal hinterfragen. Brauchen wir das Kleid aus der neuen Sommerkollektion und die neue Handtasche wirklich? Bevor wir impulsiv kaufen, kann es sich lohnen ein paar Tage zu warten. Sind wir dann immer noch davon überzeugt, dass uns der Kauf glücklicher macht, dann ist es so. In den meisten Fällen triggert uns das, was wir vor ein paar Tagen gesehen haben, kaum noch.

Bewusster Umgang mit Ressourcen

Wir leben zum großen Teil in einer Wegwerfgesellschaft, in der Dinge wie Fast Food und Fast Fashion Alltag sind. Frugalisten kaufen Kleidung überwiegend gebraucht und schenken ihr damit ein zweites Leben. Sie gehen besonders sorgsam mit Dingen um, um Kosten zu sparen. 

Foto von Andrea Piacquadio

Das heißt zwar nicht, dass wir ab sofort nur noch Secondhand kaufen müssen, allerdings könnten wir darüber nachdenken, z. B. Kleidungsstücken einfach einmal einen neuen Knopf anzunähen oder kleine Löcher zu flicken, bevor wir sie sofort entsorgen und neu kaufen. Und auch bei Lebensmitteln können wir darauf Acht geben nichts verderben zu lassen und damit zu verschwenden. 

Fazit

Sehr sparsam zu leben, ist nicht einfach, aber möglich. Ohne unseren gewohnten Lebensstil komplett aufzugeben, können wir auch von Ansätzen des Frugalismus profitieren. Indem wir unser Konsumverhalten infrage stellen, können wir z. B. neue Sparmöglichkeiten aufdecken, die für uns vielleicht gar keinen Verzicht bedeuten.  Schärfen wir unser Bewusstsein für Konsum und Ressourcen, können wir letztendlich nicht nur sparen, sondern auch dazu beitragen die Welt vielleicht ein kleines bisschen besser zu machen.