· 

So funktioniert Bausparen

Was ist Bausparen?

Ein Bausparvertrag kombiniert regelmäßiges Sparen mit einem Darlehen, das in der Regel der Anschaffung oder Anzahlung einer Immobilie dient. Dazu wird ein Bausparvertrag bei einer Bausparkasse abgeschlossen.

Foto von nattanan23

Zu Vertragsabschluss werden dazu die Bausparsumme,  die monatlichen Sparraten und schließlich auch die Raten zur Rückzahlung des zukünftigen Darlehens definiert, denn Bausparen erfolgt in zwei Phasen:

1. Die Ansparphase

Eine festgelegte, monatliche Sparrate wird auf das Bausparkonto eingezahlt. Die Ansparphase dauert bis zur sogenannten Zuteilungsreife. Diese ist– je nach Vertrag – üblicherweise nach 40% bis 50% der Bausparsumme erreicht. Um schneller zum Ziel zu gelangen, kannst du ggf. deine Sparrate erhöhen oder Sonderzahlungen leisten.

Manche Bausparkassen erfordern keine eindeutige Summe, die zur Zuteilungsreife erreicht werden muss, sondern die Erreichung einer bestimmten „Bewertungszahl“. In diese fließt nicht nur den Betrag ein, der bis zum Bewertungsstichtag angespart wurde, sondern auch die bisherige Dauer der Ansparphase.

2. Die Darlehensphase

Wurde die Einsparquote von 40% oder 50% (bzw. die erforderliche Bewertungszahl) erreicht gelangt der Bausparvertrag in die Zuteilung. Zuteilung heißt, dass die Bausparkasse dir in Kürze das Bauspardarlehen zuteilen darf. Hast du z. B. einen Vertrag über eine Bausparsumme von 75.000€ abgeschlossen, zahlt die Bausparkasse dir jetzt den Betrag von 75.000€ aus, obwohl du vielleicht gerade erst 37.500€ angespart hast. Das Darlehen würde in diesem Beispiel 37.500€ betragen, was du von nun an in monatlichen Raten zu tilgen beginnst.

Foto von Vlada Karpovich

Bausparen bringt Vorteile mit sich...

Mit Abschluss eines Bausparvertrags sicherst du dir einen günstigen, festen Zinssatz für das Darlehen. In der Ansparphase erhältst außerdem (geringe) Zinsen auf dein Guthaben und je nach Bausparvertrag sind staatliche Förderungen und Zuschüsse vom Arbeitgeber möglich. Besonders positiv: Ein Bausparvertrag muss nicht nur für den Kauf oder Bau einer Immobilie genutzt werden, sondern kann auch für Renovierungen und bauliche Veränderungen zum Einsatz kommen.

... aber auch hohe Gebühren

Die Zinsen in der Ansparphase liegen meistens deutlich unter dem Durchschnitt und sind damit kaum erwähnenswert. Was hingegen auf jeden Fall erwähnt werden sollte, sind die Gebühren, die ein Bausparvertrag mit sich bringt: Zu Vertragsschluss wird nämlich eine Abschlussgebühr von 1% bis 1,6% der Bausparsumme fällig. Wird ein Vertrag über eine Bausparsumme von z. B. 75.000€ abgeschlossen, werden 750€ bis sogar 1.200€ fällig. Die Abschlussgebühr fließt als allererstes an die Bausparkasse. Beginnst du also damit dein Bausparkonto zu besparen, fängst du damit eigentlich im Minus an. Manche Bausparkassen erheben darüber hinaus sogar Kontoführungsgebühren.

Foto von Anemone123

... und Unflexibilität

Prämien sind immer an Bedingungen geknüpft und bezüglich des Zeitpunktes der Zuteilungsreife besteht wenig Flexibilität. Hast du dein Traumimmobilie vielleicht schon zu einem früheren Zeitpunkt gefunden, kann die offene Spanne zwar ggf. mit einer Zwischenfinanzierung überbrückt werden, aber auch für die wird sich die Bank bezahlen lassen. Möchtest du deinen Bausparvertrag kündigen, musst du in der Regel eine Kündigungsfrist von 6 Monaten einhalten, bevor du an dein Ersparnis kommst; oder Vorfälligkeitsentschädigung in Kauf nehmen.

Fazit

Bausparen kann eine gute Möglichkeit für Personen sein, die gern lange im Voraus planen und sich einen günstigen, festen Zinssatz für ihr Darlehen sichern möchten. Dennoch sollte der Abschluss gut überlegt sein, da die Gebühren z. T. sehr hoch ausfallen. Ob ein Bausparvertrag zum heutigen Zeitpunkt tatsächlich noch Sinn macht, ist infrage zu stellen. Denn Kredite waren nie günstiger als aktuell. Und zum Ansparen und Vermögensaufbau bestehen immer noch andere Möglichkeiten, die mit weitaus weniger Gebühren verbunden sind.